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Warum stellen die Medien Bitcoin häufig negativ dar?

Geschrieben von Thorsten
Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert am: 5 Minuten Lesezeit

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Aktuelle Lage

Blockzeit: 680241

Dieser Beitrag entsteht zu einer Zeit, in der der Bitcoin/Dollar Kurs innerhalb kürzester Zeit wieder um 20 % von seinem Allzeithoch korrigiert hat und damit wieder in den Fokus der Leitmedien und Bitcoin-Kritikern gerückt ist. In solchen Phasen werden immer wieder die gleichen Narrative bemüht, um aufzuzeigen, warum Bitcoin für jenen oder solchen Anwendungsfall nicht geeignet ist. Dabei fallen häufig die folgenden Aussagen:

Diese Liste mit Vorurteilen könnte man vermutlich beliebig weiterführen, zeugen jedoch davon, dass sich die Autoren nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt haben. Die grundsätzliche Funktionsweise des Bitcoin-Netzwerks ist einfach erklärt. Dies möchte ich hier nicht erneut im Detail erklären, da es dazu genug kurze und prägnante Erklärungen gibt. Als Beispiel kann man sich auf der Webseite vom Blocktrainer über die Grundlagen zu Bitcoin informieren. Die Seite kann ich grundsätzlich sehr weiterempfehlen, da hier aus meiner Sicht der beste und hochwertigste Videocontent zu aktuellen Themen rund um Bitcoin produziert wird.

Einfache Worte für die Massen

Zurück jedoch nun zu dem Thema, warum viele Artikel keinen vollständigen Blick auf die oben genannten Punkte beschreiben. Zunächst muss man berücksichtigen, dass die großen Nachrichtenportale und Leitmedien mit Ihren Artikeln Geld verdienen müssen und so eine sehr breite Zielgruppe von Leuten ansprechen wollen.
Um genügend Interesse zu erzeugen, eigenen sich folgende Schlagzeilen besonders:

Bitcoin verbraucht doppelt so viel Strom wie die Schweiz

Computerbild, 18.02.2021
https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Finanzen-Bitcoin-verbraucht-doppelt-so-viel-Strom-wie-die-Schweiz-29818099.html

80 Prozent mehr als 2020: Stromfresser Bitcoin wird rasant hungriger

t3n 12.03.2021
https://t3n.de/news/80-prozent-mehr-strom-bitcoin-1365728/

Würde man jedoch im Gegensatz dazu schreiben, dass die Adoption des Bitcoin-Netzwerks weiter zugenommen hat und damit auch die Sicherheit gegenüber Angriffen weiter gestiegen ist, würde dies nur einen sehr kleinen Teil der Leserschaft ansprechen bzw. verstehen. Damit beschränkt sich der Leserkreis auf die Leute, die sich grundsätzlich schon mit dem Thema weiter beschäftigt haben und die technischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge verstehen.

Dabei muss man sich die Leitmedien wie eine Gießkanne vorstellen, die möglichst viel Grünfläche abdecken will. Die spezialisierten Webseiten über Bitcoin, sind hierbei mit einer sehr präzisierten Bewässerung zu vergleichen. Sicherlich wird es in vielen Agenturen auch Redakteure geben, die in der Lage wären, ein umfassendes Bild auf Bitcoin zu vermitteln, damit möchte ich auch niemanden zu nahetreten. Jedoch ist dies selten aus ökonomischer Sicht sinnvoll und deswegen entsprechend selten zu finden.

Über den Tellerrand schauen

Die oben angeführten Argumente führen dazu, dass der geneigte Leser zu der Auffassung kommt, dass es keinen Anwendungsbereich für Bitcoin gibt und dieses so schnell wie möglich abzuschalten gilt. Dies zeugt jedoch von Kurzsichtigkeit. Damit ist gemeint, dass viele Menschen dazu neigen, Dinge nur anhand des Nutzens für einen selber betrachten und so den Nutzen für andere Gesellschaftsteile außer Acht lassen. Die meisten Menschen, die in der westlichen Welt, also insbesondere in den Industrienationen geboren und aufgewachsen ist, hatten jederzeit Zugriff auf ein Bankkonto und ein mehr oder weniger stabiles Bankensystem, auf das man sich verlassen konnte. Dazu zählt auch eine, im Vergleich zu Währungen aus den Schwellenländern wie Venezuela oder Simbabwe, stabile Währung. Wir können uns überhaupt nicht vorstellen, wie es ist, wenn die eigenen Ersparnisse oder das Gehalt aufgrund von Hyperinflation durch die Hände rinnt. Mit diesem Umstand haben die zuvor genannten Ländern dauerhaft zu kämpfen, weswegen das Verlangen nach einer verlässlichen Währung, wie Bitcoin, besonders hoch ist.

Infografik: Wo ein Bankkonto nicht selbstverständlich ist | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista


Besonders in Schwellenländer haben viele erwachsene Menschen keinen Zugang zu einem Bankkonto. Prozentual beträgt dieser Teil in vielen Ländern über 75 %, weswegen dort andere Möglichkeiten gefunden werden müssen, an Finanzdienstleistungen zu partizipieren. Das Bitcoinnetzwerk steht für jeden Menschen auf dieser Welt zur Verfügung und kann ohne Restriktionen von Staat und Banken verwendet werden. Aus diesem Grund sind Bitcoin, aber auch andere Kryptowährungen dort besonders beliebt.

Deutschland hat eine ähnliche Vergangenheit

Obwohl gerade Schwellenländer mit instabilen Regierungen und Währungen häufig betroffenen sind, sind auch die westlichen Länder nicht immun gegen hohe Inflationsraten. Besonders aus Sicht der Deutschen müsste die Angst durch eine Hyperinflationen noch in den Genen stecken, da die Weimarer Republik in den 1920er Jahren hiervon sehr stark betroffen war. Dort wurden innerhalb von kürzester Zeit Banknoten in Höhe von zehn Millionen Reichsmark und mehr ausgegeben, um der ausufernden Inflation und der wachsenden Instabilität im Land Herr zu werden. Wie die Geschichte zeigt, war dies nicht mit besonderem Erfolg gekrönt, da dies zu einer Währungsreform, dem Zerfall der Weimarer Republik und schließlich zu der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 mündete.

In den folgenden Artikel werde ich mich mit den oben genannten Argumenten die gegen Bitcoin sprechen weiter beschäftigen und dazu Gegenargumente liefern, die in den Leitmedien wenig Erwähnung finden. Die neuen Artikel werde ich dann aus diesem Artikel heraus verlinken.

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