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6 Argumente warum Bitcoin dezentral bleiben muss

Geschrieben von Thorsten
Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert am: 5 Minuten Lesezeit

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Warum Bitcoin dezentral bleiben muss

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In diesem Artikel soll es darum gehen, warum es wichtig ist, dass Bitcoin dezentral organisiert ist und auch weiter bleiben muss. Dazu werden die aktuellen Eigenschaften von Bitcoin mit denen der zentralen Währungen verglichen. Mit diesen Argumenten kann anschließend jeder erkennen, dass es genau diese Dezentralität von Bitcoin ist, die Bitcoin so einzigartig macht und gleichzeitig auch Argumente gegen die ganzen Altcoins auf dem Markt liefert.

1. Mächtige Entitäten haben keinen Einfluss

Eines der wichtigsten Eigenschaften und Ziele von Bitcoin war es, den Staat und das Geld voneinander zu trennen und somit einigen wenigen mächtigen Entitäten den Einfluss auf das Geld zu entreißen. Dies wird durch den dezentralen Konsens von Bitcoin ermöglicht, welcher Bitcoin von den Altcoins aber auch dem Zentralbankgeld unterscheidet.

Im Falle von Altcoins, wie z.B. Ethereum haben dort insbesondere die Gründer der Ethereum Foundation und die Organisation an sich, großen Einfluss auf die Entwicklung dieses Netzwerks und halten die größten Anteile, an den zu dem Netzwerk gehörenden Token. Durch den in Zukunft umgesetzten Proof-of-Stake (PoS) Algorithmus wird die Macht bei den bereits Besitzenden zementiert und es besteht kaum Möglichkeiten, diese Macht wieder zu verlieren. Das Gleiche gilt für die Zentralbanken und den Organisationen, die diesen sehr nahe stehen, da diese durch den Cantillon-Effekt besonders von den Entscheidungen und den Geldschöpfungsmaßnahmen profitieren.

Die Pyramide auf den Dollarnoten steht sinnbildlich für aktuell mächtigste Instanz auf dieser Welt.
Die Pyramide auf den Dollarnoten steht sinnbildlich für aktuell mächtigste Instanz auf dieser Welt.

Bei Bitcoin handelt es sich um ein Peer-to-Peer E-Cash System, in dem jeder Netzwerkteilnehmer die gleichen Rechte besitzt, egal über wie viel Kapital derjenige verfügt. Somit haben populäre Menschen, die unter dem Fiat-Standard reich geworden sind, wie z.B. aktuell Elon Musk, ein Problem damit, keinen Einfluss auf die Entwicklung von Bitcoin nehmen zu können. Gegenüber Bitcoin sind alle Menschen gleich, was bedeutet, dass die Menschen Bitcoin brauchen, aber nicht andersherum.

2. Zugang kann nicht beschränkt werden

In der westlichen Welt haben die meisten Menschen einen einfachen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Dies trifft jedoch nur im Verhältnis zu der Gesamtweltbevölkerung auf einen kleinen Teil der Menschen zu, da der größere Teil der Menschen in autoritären Staaten leben, bei denen der Zugang zu den zuvor genannten Dienstleistungen nicht ohne weiteres möglich ist. Somit wird der Zugang in zentral geführten Systemen von wenigen Mächtigen kontrolliert und kann somit auch eingeschränkt werden. Dieser Punkt wird detaillierter in dem Artikel über Bitcoin in Afrika beschrieben.

Afrikanische Kinder sitzen um ein Macbook herum.
Bitcoin steht für jeden offen, der mit diesem Geld arbeiten möchte

Bitcoin ist offen für jeden Menschen auf der Welt und unterscheidet nicht danach, wie arm oder reich, woher jemand kommt oder welcher sexuellen Orientierung man angehört. Damit ist Bitcoin das Geld der Menschen für die Menschen. Fairerweise müssen wir die Nutzung von Bitcoin einige Grundvoraussetzungen gegeben sein, wie der Zugriff auf das Internet und eine Walletsoftware, was jedoch auch in den weniger entwickelten Ländern immer einfacher möglich ist.

3. Kein repräsentatives Institut

Die Entstehungsgeschichte von Bitcoin rund um Satoshi Nakamoto ist ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Dezentralisierung und den Erfolg von Bitcoin. Denn um seine Identität wird sehr viel spekuliert und vermutet, da selbst acht Jahre nach seinem Verschwinden immer noch nicht geklärt werden konnte, wer er denn schlussendlich war.

Niemand weiß wer Satoshi Nakamoto ist
Bisher konnte nicht ermittelt werden, wer Satoshi Nakomoto ist (Quelle: bitcoinik.com)

Dieses Verschwinden war jedoch enorm wichtig, da er damit seine Autorität und seine Kontrolle über das Bitcoinnetzwerk aufgegeben hat und somit Platz für eine dezentrale Entwicklung gegeben hat. Dieser Schritt hat erst die Dezentralisierung geschaffen, wie sie heute bekannt ist. Würde Bitcoin weiterhin eine repräsentative Person oder ein Institut besitzen, wäre es einfach, Druck auf diese Entität auszuüben, um Bitcoin zu Fall zu bringen. Aus diesem Grund kann Bitcoin nicht von Staaten oder Regierungen gezielt verboten werden, wie es bei einem zentral entwickelten Altcoin, wie Ethereum der Fall wäre.

4. Dezentrale Entwicklung reduziert Softwarefehler

Dies ist eher ein Punkt, der sich auf Altcoins und weniger Zentralbanken bezieht. Wie bereits angeführt, werden diese Netzwerke häufig von einem zentralen Institut oder einem kleinen Team geführt, welches die Weiterentwicklung der Software leitet oder koordiniert. Dieser zentrale Ansatz führt häufig dazu, dass Software schneller entwickelt und veröffentlicht, bzw. in das Netzwerk eingespielt wird und somit auch die Gefahr für Fehler in der Software erhöht, da nicht so viele unabhängige Entwickler auf den Quellcode schauen. Dies ist im Fall des Ethereum-Netzwerks bereits geschehen und durch diesen Fehler war ein Hack möglich, der für den Diebstahl einer großen Menge an Ether-Tokens geführt hat. Dieser Diebstahl wurde anschließend von der Ethereum-Foundation zurückgedreht und es ist zu einer Aufspaltung der Blockchain gekommen.
Die Entwicklung von Bitcoin läuft im Gegensatz dazu sehr langsam und sorgfältig ab, da hier innerhalb des verteilten Netzwerks zunächst eine sehr große Mehrheit für eine bestimmte Entwicklung gefunden werden muss. Das aktuelle Beispiel des Taproot-Updates zeigt, wie aufwändig es sein kann, sich auf eine gemeinsame Linie zu synchronisieren. Aus diesem Grund kann Bitcoin zwar nicht schnell auf neue Entwicklungen reagieren, was jedoch ein Vorteil ist, da es so zu weniger Fehlern in der Software kommen kann. Die höchste Priorität in einem dezentralen Zahlungssystem ist stets die Sicherheit und dieser sollte alles andere untergeordnet werden.

5. Geldherstellung muss aufwändig sein

In unserem jetzigen inflationären Geldsystem, in dem die Zentralbanken per Knopfdruck neues Geld erschaffen und somit in die Wirtschaft pumpen können, sind die Erstellungskosten für dieses Geld nah zu null. Damit wird jeder Halter dieses Geldes über die Geldmengenausweitung faktisch kalt enteignet. Das Gleiche gilt auch für die Erschaffung eines Altcoins, wo die Token dieses Netzwerks vor der ersten Veröffentlichung von den Erstellern zu großen Teilen vorab erschaffen wurde. Dieser Vorgang ist für die Initiatoren des Netzwerks ebenfalls nah zu kostenlos, da diese Tokens dann anschließend auf dem freien Markt verkauft werden können oder wie bereits zuvor genannt, zu einer Konzentration der Geldmenge auf wenige Entitäten führt. Dadurch ist eine Dezentralisierung in Netzwerken, die mit PoS arbeiten, kaum möglich.

Proof of Work sichert Bitcoin ab

Innerhalb des Bitcoinnetzwerks muss für die Erschaffung von neuen Tokens ein Arbeitsnachweis erbracht werden, der mittels des Proof-of-Work (PoW) Algorithmus implementiert und durch den Einsatz von Energie und Zeit umgesetzt wird. Somit steigen die Kosten für die Erschaffung neuer Tokens weiter an, je mehr Energie für die Sicherung des Netzwerks zur Verfügung gestellt wird. Dies wird über die Schwierigkeitsanpassung umgesetzt. Die Miner haben somit einen ökonomischen Anreiz, stets den günstigsten Strom zu verwenden.

6. Zentrale Fiat-Währungen sind in der Geschichte immer gescheitert

Wenn man in die Vergangenheit schaut und überprüft, wie lange Währungen existierten und durch welche Entscheidungen diese mittelfristig alle gescheitert sind, lässt sich dabei ein Muster erkenne. Bis ins 19. Jahrhundert war der Handel mit goldgedeckten Währungen weit verbreitet und somit als Goldstandard implementiert. Die Währungen hatten untereinander feste Wechselkurse, da man immer genau wusste, wie viel Gramm Gold der eigenen Währung entspricht und man diese somit verrechnen konnte. Das Geld wurde auch schon zur Zeit des römischen Imperiums von den Regierenden ausgegeben und somit zentral kontrolliert. Solange die Staaten den Goldanteil in den Münzen auf der gleichen Höhe beließen, florierte die Wirtschaft und es fand eine gute Entwicklung statt. Jede Regierung ist dann aus den unterschiedlichsten Gründen in eine Situation gekommen, in der sie Geldprobleme bekam und durch die limitierte Geldmenge, Wege finden musste, um an weiteres Geld zu gelangen. Die Lösung war in jedem Fall der Geschichte die Ausweitung der Geldmenge, also die Reduzierung des Goldanteils in den Goldmünzen, um so noch mehr Einheiten in den Umlauf bringen und die eigenen Ausgaben zu finanzieren zu können. Diese Entscheidungen haben mittelfristig immer dazu geführt, dass die Währungen und darauffolgend auch die Staaten, zusammengebrochen sind.

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